Warum tauscht KONTEST Dyneemaleinen immer beidseitig aus?

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Dyneema® (UHMWPE – Ultrahochmolekulares Polyethylen) ist eine Hochleistungsfaser mit sehr hoher spezifischer Zugfestigkeit bei gleichzeitig geringem Durchmesser und niedrigem Gewicht. Aufgrund des hervorragenden Verhältnisses von Bruchlast zu Querschnitt wird das Material bevorzugt als Stammleine in tragenden Leinenebenen eingesetzt.

Werkstoffbedingt weist Dyneema® ein ausgeprägtes viskoelastisches Verhalten auf. Unter anhaltender Zugbelastung kommt es zu einer lastabhängigen Längenänderung (Kriechen), während sich die Faser bei Entlastung partiell rückverformt bzw. eine Längenreduktion zeigt. Diese nicht vollständig reversible Längenänderung führt im Betrieb zu einer progressiven Anpassung der effektiven Leinenlänge.

Wird im Schadensfall lediglich eine einzelne Leine ersetzt, entsteht aufgrund unterschiedlicher Setz- und Kriechzustände zwischen neuer und bestehender Leine eine asymmetrische Längencharakteristik. Bereits nach kurzer Flugbelastung kann dies zu einer geometrischen Unsymmetrie der Leinenebene führen, mit entsprechenden Auswirkungen auf Trimmung, Lastverteilung und Flugverhalten.

Aus diesem Grund ist im Reparaturfall ein beidseitiger Austausch der betroffenen Stammleinen erforderlich. Durch den symmetrischen Ersatz wird sichergestellt, dass beide Leinen unter identischen Betriebsbedingungen elongieren bzw. relaxieren. Dadurch bleibt die Leinengeometrie gleichmäßig, und ein nachteiliges oder sicherheitsrelevantes Flugverhalten wird vermieden. Weitere Infos zu Gleitschirmleinen findet ihr z.B. bei EDELRID.

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